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Wie Sie laute PCs zum Schweigen bringen
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Samstag, den 25. Juli 2009 um 09:34 Uhr

Haben Sie auch einen von diesen Rechnern, der schon beim Einschalten alle Computer Lüfter auf Hochtouren bringt? Sie können sich nicht mehr richtig konzentrieren wegen des nerv tötenden Lüfters? Dann wird es Zeit, dass Sie ihren Rechner leiser machen. Sie müssen dazu nicht gleich einen Neuen kaufen. Vieles kann man mit wenig Materialeinsatz und geringen Kosten selbst verbessern.

Lärmquellen aufspüren

Zunächst sollten Sie die Lärmquellen in ihrem Rechner aufspüren, ist es der Netzteillüfter, der Gehäuselüfter, die Festplatte, ...? Am besten machen Sie diesen Test bei ruhendem Desktop, d.h. bei Leerlauf. Öffnen Sie dazu das Gehäuse und versuchen Sie herauszuhören, welcher Lüfter am meisten Lärm macht.

Prinzipiell gilt die Regel: je kleiner der Lüfter, je höher die Drehzahl und desto größer der Lärm. Richten Sie Ihr Augenmerk also zunächst auf den CPU- und den Grafikkartenlüfter. Wenn Sie sich nicht sicher sind, können Sie kurzzeitig zum Testen auch mal einzelne Lüfter abhängen. Bei Gehäuselüftern ist es im Allgemeinen kein Problem, schließlich haben Sie ja das Gehäuse noch geöffnet. Bei der CPU und der Grafikkarte sollte aber wenigstens ein großer Kühlkörper montiert sein, ansonsten kann es schnell zum Hitzetod kommen. Aber auch mit ausreichend großem Kühlkörper sollte der Lüfter nicht mehr als einige wenige Minuten ausgeschaltet sein.

Sind nun die Lüfter als Lärmquellen identifiziert worden, gilt der nächste Blick (oder vielmehr das nächste Hören) den Laufwerken. Festplatten können bei hohen Drehzahlen neben einem eventuellen Pfeifgeräusch auch das Gehäuse in Vibrationen versetzen, was sich dann mehr oder weniger in einem Brummen bemerkbar macht. Die Festplatte(n) muss für diesen Test natürlich auch auf Drehzahl gebracht werden, hierzu gibt es einige Test- oder Benchmarkprogramme wie beispielsweise CrystalDiskMark (Download: http://release.crystaldew.info/CrystalDiskMarkSetup; Webseite: http://crystalmark.info/?lang=en).

Optische Laufwerke wie CD-, DVD-Laufwerke oder Brenner können sich aufgrund der hohen Drehzahlen ebenfalls bemerkbar machen oder ähnlich wie Festplatten das Gehäuse in Schwingung versetzen. Hier ist es im Allgemeinen aber eher verkraftbar, da man in den wenigsten Anwendungsfällen permanent eine CD oder DVD im Zugriff hat. Allenfalls beim Abspielen eines Films von einer DVD mag man vielleicht auf diese Art der Hintergrundbeschallung verzichten. Hierzu kann aber schon eine einfache "Software-Bremse" wie beispielsweise das kostenlose Tool CD Bremse (Download: http://www.cd-bremse.de/cdbremse.htm) Abhilfe schaffen. Das Laufwerk wird einfach softwaretechnisch auf eine maximale Drehzahl begrenzt, natürlich mit Einbußen in der Leistung. Aber dies ist beim Abspielen einer Spielfilm-DVD in der Regel nicht weiter tragisch. Für Performance-Tests eignet sich das kostenlose Tool Nero DiscSpeed (Download: http://www.chip.de/downloads/Nero-DiscSpeed_13001704.html), welches auch der bekannten Nero Brennsuite beiliegt. Alternativ eignet sich auch Opti Drive Control (Download: http://www.cdspeed2000.com/download.html), dieses kann man 30 Tage kostenlos testen, bevor man eine Lizenz erwerben muss.

Lärmquellen beseitigen

BIOS-Einstellungen

Bevor man sich an der Hardware zu schaffen macht und anfängt Lüfter auszutauschen, lohnt vielleicht ein Blick ins BIOS. Im BIOS sollte man sich zunächst die Einstellungen zu den unterstützten Energiesparfunktionen ansehen. Leider gibt es kein allgemeingültiges Rezept für die BIOS-Einstellungen, da diese von Hersteller zu Hersteller etwas variieren. Generell gibt es aber bei moderneren CPUs von AMD die Option Cool'n'Quiet (CnQ), die schon vor einiger Zeit mit den Athlon 64-Prozessoren eingeführt wurde. Bei Intel-Prozessoren gibt es eine vergleichbare Funktion mit dem Namen Enhanced Speed Step Technology (EIST).Diese Funktion wurde als Nachfolger der mit dem Pentium 4 eingeführten C1E-Funktion eingeführt. Mittlerweile kann man sagen, dass diese Energiesparoptionen quasi ohne Performanceeinbusen einhergehen, zumindest unter den Microsoft Betriebssystemen Windows XP und Vista. Wobei bei einzelnen Konfigurationen AMD Probleme unter Vista hat. Man sollte es im Zweifelsfalle auf jeden Fall einfach ausprobieren.

Vereinfacht ausgedrückt regeln diese Energiesparmechanismen die Prozessorleistung immer dann herunter, wenn keine Leistung gefordert wird. Benötigt eine Anwendung nun plötzlich mehr Rechenkapazität, kann die Leistung blitzschnell wieder zur Verfügung gestellt werden.

Zu finden sind diese Einstellungen unter dem Menüpunkt Power Management Setup oder ähnlich. Prüfen Sie hier, ob diese Energiesparfunktionen vorhanden und aktiviert (enabled) sind. Des Weiteren gibt es hier aller Wahrscheinlichkeit nach auch eine Option die sich ACPI (Advanced Configuration and Power Interface) nennt. Wenn Sie Windows verwenden, sollte ACPI aktiviert sein. Es sorgt neben dem Energiemanagement auch dafür, dass die Hardwareerkennung problemlos funktioniert. ACPI stellt noch weitere Parameter zur Verfügung, mit der Sie ein Feintuning vornehmen können.

S1:

Hier werden nur wenige Funktionen ausgeschaltet und ist meist die Voreinstellung.

S2:

Ist der erweiterte Schlafmodus. Es werden mehr Funktionen als in S1 deaktiviert. S1 wird eher selten benutzt.

S3:

Ist ein richtiges Standby, hier wird der aktuelle Zustand des Betriebssystems in den RAM geschrieben und nur dieser wird dann mit Strom versorgt.

S4:

Unter Windows spricht man hier auch vom Ruhezustand, d.h. der aktuelle Zustand wird in eine Datei auf die Festplatte geschrieben. Der PC wird ausgeschaltet und beim nächsten Start wird diese Datei ausgelesen und der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt

Je nach BIOS-Typ gibt es manchmal auch die Möglichkeit die Drehzahl der Lüfter zu beeinflussen. Entweder Sie können die minimale Drehzahl festlegen oder aber eine Solltemperatur einstellen. Je höher Sie die Solltemperatur stellen, desto weniger oft bzw. desto langsamer dreht der Lüfter. Achten Sie hier aber in jedem Fall darauf, 10-20°C unter der maximal zulässigen Temperatur für den Prozessor zu liegen. Als Orientierung können Sie Werte um die 50-60°C wählen. Die maximal zulässigen Temperaturen sollten Sie im Handbuch zu Ihrem Rechner bzw. auf den Herstellerseiten finden.

Allgemeine Regeln

Haben die BIOS-Einstellungen alleine noch nicht genügend Ruhe gebracht, bleibt einem der Griff zum Schraubendreher nicht erspart. Für alle folgenden Arbeiten sollte man einige Grundregeln im Hinterkopf behalten.

  • Maximal zulässige Temperaturen beim Hersteller ausfindig machen (www.amdcompare.com, http://processorfinder.intel.com)
  • Nach jeder Änderung oder Ausbaumaßnahme sollte man einen so genannten Stresstest (Core2MaxPerf; Download: http://www.withopf.com/tools/cputempwatch) durchführen und die Temperaturen von CPU, Grafikkarte und Co. mit einem entsprechenden Diagnoseprogramm (z.B. HWMonitor; Download: http://www.cpuid.com/hwmonitor.php) überwachen.
  • Strömungsrichtung berücksichtigen, üblicherweise strömt die Luft vorne unten ein oder wird angesaugt und strömt durch den ganzen Innenraum bis sie schließlich durch einen Gehäuselüfter bzw. den Lüfter im Netzteil nach draußen geblasen wird. Dies ist auch der Grund, warum man rund um den Rechner etwas Abstand zu Wänden und anderen Gegenständen halten sollte. Es wäre auch fatal, wenn sowohl vorne als auch hinten Luft ins Innere des Gehäuses gesaugt würde.
  • Die Strömung möglichst nicht durch schlampig verlegte Kabel unterbrechen.
  • Besonderes Augenmerk gilt auch der Grafikkarte, besonders wenn diese durch weitere Karten ober- oder unterhalb nicht genügend Luft abbekommt. Hier sollte man dann über einen zusätzlichen Lüfter in der seitlichen Gehäusewand nachdenken.
  • Immer genügend Reserve zur maximal zulässige Temperatur einhalten, lieber ein paar Grad zu kühl als zu heiß.
  • Temperatur der Festplatten nicht vergessen, sollte bei maximal 50-55°C liegen.
  • Niemals rohe Gewalt anwenden
  • Nicht unter Spannung arbeiten

CPU-Kühler

Für die CPU gibt es eine ganze Reihe an Lüftern auf dem Markt. Da es aber auch eine Vielzahl an unterschiedlichen Fassungen für die Prozessoren gibt, muss man hier beim Kauf entsprechend darauf achten. Welche Fassung ihr Prozessor hat, erfahren Sie ebenfalls im Handbuch Ihres Rechners oder auf der Webseite des Herstellers. Die neueren Intel-Prozessoren haben fast ausschließlich die Fassung LGA775.

Bei der Demontage des alten Lüfters ist Fingerspitzengefühl gefragt. Ist der Lüfter entfernt, müssen eventuelle Reste der Wärmeleitpaste vorsichtig entfernt werden, am besten mit etwas Küchenrolle.

Der neue Lüfter oder vielmehr der darunterliegende Kühlkörper sollte ebenfalls wieder mit etwas Wärmeleitpaste auf den Prozessor montiert werden. Seien Sie hier sehr sparsam, ein erbsengroßer Klecks mittig auf den Prozessor ist vollkommen ausreichend. Durch den Anpressdruck verteilt sich die Wärmeleitpaste automatisch und gleichmäßig. Bei einigen Lüftern wird anstelle der Wärmeleitpaste auch ein sogenanntes Wärmeleit-Pad verwendet. Hier muss dann meist noch eine Schutzfolie abgezogen werden, bevor er montiert werden kann.

Klappt die Montage nicht auf Anhieb, muss die Wärmeleitpaste wieder vollständig entfernt werden und durch neue ersetzt werden.

Festplatten und Laufwerke

Wenn Ihnen Ruhe am Arbeitsplatz wichtiger ist, als maximale Performance, können Sie im BIOS ihres Rechners eventuell die Platte etwas leiser machen. Sehen Sie hierzu unter Standard CMOS Features nach und wählen Sie ihre Festplatte. Wenn das Gerät die Funktion Acoustic Management unterstützt, können Sie hier zwischen den unterschiedlichen Einstellungen wählen. Standardmäßig ist diese Funktion üblicherweise deaktiviert, d.h. die Platte oder das Laufwerk arbeiten mit maximaler Leistung - und maximalem Lärmpegel. Wenn Sie hier eine andere Einstellung wählen, hat dies immer auch Auswirkungen auf die Performance.

Wer nicht auf Leistung verzichten möchte, aber dennoch seine Ruhe haben möchte, der muss zu anderen Maßnahmen greifen.

Für 3,5" Festplatten gibt es entsprechende schwingungsgedämpfte Rahmen zur Montage in einem 5,25"-Schacht (Festplatten-Entkoppler).

Schwingungsgedämpfter Rahmen für Festplatten: Sharkoon Vibe-Fixer (Abb. ähnlich) Schwingungsgedämpfter Rahmen für Festplatten: Sharkoon Vibe-Fixer (Abb. ähnlich) Schwingungsgedämpfter Rahmen für Festplatten: Sharkoon Vibe-Fixer mit Festplatte (Abb. ähnlich) Schwingungsgedämpfter Rahmen für Festplatten: Sharkoon Vibe-Fixer mit Festplatte (Abb. ähnlich)

Hier gibts es den Festplatten-Entkoppler zu kaufen: Sharkoon Vibe-Fixer Festplatten-Entkoppler

Netzteil und Grafikkarte

Wenn das Netzteil oder die Grafikkarte als große Lärmquelle identifiziert worden sind, bleibt einem in der Regel nicht viel übrig, als die jeweilige Komponente komplett auszutauschen. Grafikkarten sind sehr empfindlich, weshalb ein Austausch des Grafikkarten-Lüfter immer ein relativ hohes Risiko birgt. Ähnlich verhält es sich mit dem Netzteil, hier sind die Lüfter direkt im Gehäuse des Netzteil mit eingebaut, weshalb man von einem Austausch ebenfalls Abstand nehmen sollte.

Als leise Gehäuselüfter können z.B. die folgenden empfohlen werden (Abbildungen ähnlich):

Scythe Kama PWM 90mm

Scythe Kama PWM 90mm Gehäuselüfter (Abb. ähnlich) Scythe Kama PWM 90mm Gehäuselüfter (Abb. ähnlich)

Jersey ZYK-801G 80mm
(wurde in c't 15/2009 getestet)

Der Lüfter von Sharkoon eignet sich sowohl als Gehäuse- als auch als CPU-Lüfter (Abbildungen ähnlich):

Sharkoon 120mm Silent Eagle SE
(wurde in c't 15/2009 getestet)

Sharkoon Silent Eagle Gehäuselüfter (Abb. ähnlich) Sharkoon Silent Eagle Gehäuselüfter (Abb. ähnlich)

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 01. August 2009 um 10:24 Uhr
 
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